The Glorious Georges

An einigen Locations, u. a. im Hampton Court Palace eröffnen derzeit Ausstellungen zur 300jährigen Thronbesteigung George I anno 1714. George, der in Hannover geboren wurde und aufwuchs, folgte Queen Anne auf den Thron. Statt seiner Frau Sophia Dorothea, die ihm George II geboren hatte, nahm er zwei mysteriöse Frauen mit nach England: seine lebenslange Mätresse Melusine von der Schulenburg und seine illegitime Halbschwester. Am Hof erhielten sie bald den Spitznamen „The Elephant and the Maypole“.
Besucher können sich auf mehr spannende Geschichte(n), Hofklatsch, den Lifestyle Georges II im KP – inklusive Mode und Etikette – und die Königlichen Schokoladenküchen freuen, in denen der persönliche Chocolatier ein spezielles Rezept für die Royal Family kreierte und kredenzte.

siehe auch meinen Post „Die ersten Georges“

By Phillip H10 (Own work) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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Die ersten Georges

Edouard Jean Conrad Hamman: Georg I. von Großbritannien gemeinsam mit Georg Friedrich Händel (links) auf einer Bootsfahrt auf der Themse

Die Ausstellung „The First Georgians – Art and Monarchy 1714-1760“ eröffnet am 11. April 2014 in The Queen´s Gallery im Buckingham Palast.

1714 bestieg der erste George den britischen Thron. Er stammte aus dem Hause Hannover und enterbte das katholische Geschlecht der Stuarts. Das politische, geistige und kulturelle Leben Britanniens änderte sich zwar still, aber dennoch dramatisch. 300 Arbeiten aus den königlichen Schlössern werden gezeigt, um den 300. Jahrestag des Beginns des Georgianischen Zeitalters zu würdigen.

Noch bis zum 11. März widmet sich The British Library allen vier Königen namens George: Die Sonderausstellung „Georgians Revealed: Life, Style and the Making of Modern Britain” zeigt das Leben in einer Zeit der Jane Austen, als das British Empire zur Weltmacht aufstieg und die industrielle Revolution Alltag und Arbeitsleben nachhaltig veränderte. In der damals entstehenden gehobenen Mittelschicht sind Etikette, Mode und Inneneinrichtung wichtige Themen. Die Exponate werden von der Musik eines weiteren Georgs untermalt: Händel war Hauskomponist Georges I, leitete das Covent Garden Theatre und ist in Westminster Abbey beigesetzt. Im Queen´s Theatre führte er die meisten seiner Opern auf.

Spoooookyyy! Georges Kinderzimmer ist der Hot Spot für Gespenster

King´s Grand Staircase          By York & Son, London – Frederick York (1823-1903) and William York (1855-1931) ([1]) [Public domain], via Wikimedia Commons

November bietet die richtige Atmosphäre, um einen Blick auf die Schattenseite von Georges neuem Zuhause zu werfen. Der Kensington Palast wird seit dem frühen siebzehnten Jahrhundert als royale Residenz genutzt. Viele Tragödien spielten sich seitdem innerhalb seiner Wände ab. Das vergönnt so manchem Geist kein stilles R.I.P. Laut John Suffil von NZ Ghosts beherbergt KP drei Gespenster. Auch die Wächter berichten bis heute von unheimlichen Begegnungen, die sie zu Tode erschreckt und verändert haben.  Krass: Georges Kinderzimmer soll das Zentrum des Spuks sein.

Der meistgenannte Geist ist King George II. Er wurde öfters auf dem Dach gesichtet, wo er nach draußen starrte, in Erwartung der Ankunft seiner Verwandten. „Why don´t they come?“ waren auch seine letzten Worte gewesen, als er am 25. Oktober 1760 starb. Sein deutscher Kammerdiener fand ihn blutend am Boden liegend. Todesursache: die Folgen einer Syphilis.

Auch „Peter the Wild Boy“ soll im Treppenhaus des KP umgehen. Der Junge, der aus dem Hause Hannover stammen soll, wurde 1725 von Jägern unter der Führung Georges I in den Wäldern Deutschlands aufgefunden und auf das Geheiß seiner Schwiegertochter Caroline von Ansbach ins Schloss gebracht. Er soll unter der sehr seltenen Pitt-Hopkins-Krankheit gelitten haben. Dieses Syndrom ist charakterisiert durch bestimmte Gesichtsmerkmale und Hyperventilation gefolgt von Atemstillständen. Bis zum heutigen Tag spukt er im King´s Staircase.

Historic Royal Palaces´ Chefkuratorin Worsley nannte allein sieben Prinzessinnen, die mit dem KP in Verbindung standen, traurig, böse oder irre.

Georges II Ehefrau, Königin Caroline (von Ansbach) litt an einem Nabelbruch in Folge ihrer achten Schwangerschaft. Eine Schar Ärzte versammelte sich um ihre Bettstatt, doch eine genaue ärztliche Untersuchung verbot sich, galt als unschicklich. Schließlich operierte man sie ohne Anästhetikum, woran sie nach acht Tagen grauenvoll verstarb.

Prinzessin Sophie, Urenkelin von King George II, lebte im KP ein einsames Leben. Es gab Gerüchte, sie hätte eine inzestuöse Beziehung zu ihrem Bruder, The Duke of Cumberland. Mit dem Stallmeister ihres Vaters soll sie 1800 ein illegitimes Kind bekommen haben. Ohne Liebe und ohne Gesellschaft versank sie in trüben Gedanken am Spinnrad, bis sie erblindete. Bis heute werden im KP Geräusche eines Spinnrads vernommen, obwohl es keines mehr dort gibt.

William III zog 1690 mit seiner Frau Queen Mary II (1669-1694) in den KP, da die gute Luft in der Gegend vor den Stadttoren heilsam sein sollte. Doch Mary, die „Princess Diana of her day“, steckte sich gleich nach dem Einzug mit Pocken an und starb eine Woche später, im Alter von 32 Jahren.

Anne Stuart, am Beginn des 18. Jahrhunderts Königin von England, Schottland und Irland, gebar 17 Kinder, von denen keines älter als 11 Jahre wurde. Unterschiedliche Zeugen schwören, sie hätten sie noch heute weinen gehört. Von Gichtanfällen geplagt wurde sie nur 49 Jahre.

Royal-Biograph Andrew Morton erzählte der Sun, in dem Kinderzimmer, das Kate und William für George ausgesucht haben, seien mehrfach Gespenster gesichtet worden. Als Prinzessin Margaret in dem Apartment lebte, erzählte ihre Haushälterin ihr, dass sie eine Frau in majestätischem Gewand gesehen habe. Sie sei urplötzlich vor ihr aufgetaucht war und dann durch eine Wand hindurch verschwunden.

Bis März ausverkauft sind die Eerie Evening Tours der Historic Royal Palaces Stiftung. Warnung: Kinder unter 12 Jahren und sensible Gemüter sollten nicht an den Touren teilnehmen.

Caroline of Ansbach, Joseph Highmore [Public domain], via Wikimedia Commons