Jäger vs. Jäger

George hatte nur kurz etwas von seinem Daddy. Zwei Tage nach Royal Babys Ankunft aus dem Karibikurlaub verließ der Duke of Cambridge London in Richtung Cordoba. Laut Daily Mail sind die Wales-Brüder seit letztem Donnerstag Gäste auf dem Anwesen „Finca La Garganta“ von Gerald Cavendish Grosvenor, 6. Duke of Westminster, Williams Patenonkel. Der Sohn, Hugh Richard Louis Grosvenor, Earl Grosvenor, ist übrigens wiederum Georges jüngster Pate (22). Dieser private Aufenthalt dient dem Schießen von Wildschweinen und Hirschen.

Bad Move! Gerade jetzt engagieren sich Thronfolger 1 und Thronfolger 2 in einem Video (oben) gegen die Jagd auf Nashörner und Elefanten in Afrika. Sie fordern, dass die Wildlife Szenerie erhalten bleibt – für die Kinder Afrikas und für sie. Die Botschaft ist missverständlich, denn hier wie dort geht es um das Töten von Tieren. Im Fall der Royals ist das Jagen Hobby, im Fall der afrikanischen Jäger ist es u. U. die einzige – schreckliche – Möglichkeit für ihren Lebensunterhalt zu sorgen.

Die Sun titelt: „Bad Wills hunting“ in Anlehnung an den Filmtitel „Good Will Hunting“, der thematisch ganz woanders liegt. Alas…dann wäre da auch noch die internationale Konferenz zum Artenschutz nächste Woche, an der William und Charles teilnehmen werden. Das erinnert fatal an den Schnapp-Schuss König Juan Carlos´ als Elefantenjäger, der gleichzeitig WWF Schirmherr ist, ach nein: WAR.

Charles und William sind sicher davon überzeugt, das Richtige zu tun bzw. zu propagieren. Sie wollen eine ausbalancierte Natur: Geschossen wird, wo zu viel Wild lebt. Geschützt wird, wo das Aussterben von Rassen droht. Die Probleme begannen aber nicht erst mit den Schüssen, sondern viel früher, mit der Plünderung eines Kontinents und mit fehlerhafter Entwicklungshilfe- und Preispolitik. Wie in vielen Fällen könnte der Konsument in der Masse viel bewirken, z. B. kein Produkt aus Elfenbein kaufen, dafür fair gehandelten Kaffee.

Ihren gemeinsamen Appell (oben) beenden Charles und William auf Swaheli, Mandarin, Vietnamesisch, Spanisch und Arabisch. Das ist nice und global. Trotzdem: In der Presse kippt die Stimmung betreffend die Cambridges langsam…Fortsetzung folgt.

Beide Windsormänner zeigen im Video nervöse Hände. Vielleicht ein Glück für einige wilde Tiere?

Royal Christmas + George

In ihrer privaten Residenz Sandringham House empfängt die Queen ihre engsten Verwandten zu den Weihnachtsfeiertagen. Dieser Kreis wächst mit den Jahren, es kommen immer mehr kleine Kinder dazu. Der Express berichtet, dass die Middleton-Familie nicht mit von der Partie sein wird. Sarah Ferguson soll ohne ihre Töchter im Ausland feiern. Das ergibt dennoch ca. 30 Personen, deren Unterbringung laut einer Quelle der Daily Mail dieses Jahr Schwierigkeiten bereitet. Es sollen auch Quartiere des Personals vorbereitet werden.

Der Ablauf – same procedure as every year – folgt weitgehend der deutschen Tradition. Den Brauch der Bescherung unterm Nadelbaum hat Charlotte von Mecklenburg-Strelitz, Ehefrau Georges III, bereits im 18. Jahrhundert aus ihrer Heimat eingeführt.

Heute, spätestens morgen erwarten Elizabeth II. und Philip alle Gäste nach einer streng festgelegten Reihenfolge. Harry reiste aus Südafrika an, Prinzessin Eugenie aus New York. Thronfolger Charles hat das Privileg als Letzter zu erscheinen. Dafür bringt er, so erinnert sich der ehemalige Küchenchef Darren McGrady in People, immer einen Korb voll Bio-Pflaumen aus eigener Ernte mit.

Am 24. 12., Christmas Eve, spielen William, Harry und Angestellte von Sandringham Fußball. Man trifft sich zum Four O´Clock Tea im White Drawing Room; die Queen legt mit den Kindern letzte Hand an den Christbaumschmuck. Dann kommen die Geschenke, die im Red Drawing Room platziert sind, zur gemeinsamen Bescherung unter eine auf dem Anwesen geschlagenen Fichte. Nutzlose, billige Gag-Geschenke der letzten Jahren waren laut Express beispielsweise eine Duschhaube von Harry für die Queen mit „Life´s a Bitch“ oder ein lederner Klositz von Anne für Prince Charles. Nach dem Anlegen eleganter Abendgarderobe/“Black Tie“ trifft man sich um eine Tafel zum Festessen bei Kerzenlicht (Foto). Später am Abend ziehen sich die Ladies zum Coffee zurück, während die Gentlemen mit Philip noch einen Drink nehmen.

Am Morgen des 25. Dezembers, in Großbritannien „Christmas Day“, geht es gemeinsam zum Gottesdienst der Kirche St. Mary Magdalene. Um 13 Uhr wird Truthahn zum Lunch gereicht, bevor alle am Nachmittag die Weihnachtsansprache der eigenen Mutter/Ehefrau/Großmutter/Tante/Cousine/Urgroßmutter… live um 15 Uhr auf BBC1 verfolgen. Den Abend beschließt der Windsor-Clan mit verschiedenen Spielen, Singen, Theaterspielen, Filme schauen.

Der 26. 12., im UK „Boxing Day“, beginnt mit einem Kedgeree-Breakfast (Fisch, gekochter Reis, Eier und Butter, hier Rezept). Danach lädt Philip, der in diesen Tagen Ton angebend ist, die Herren zur Fasanenjagd. Den Damen wird nach einem kleinen Spaziergang Lunch im Ort serviert.

Die Erste, die Sandringham wieder verlässt, wird Camilla sein – um mit ihren eigenen Kindern in ihrem Haus Ray Mill in Wiltshire zu feiern. Die Letzte ist naturgemäß die Gastgeberin. Die Queen wird noch bis zum 6. Februar bleiben, um ihres Vaters zu gedenken.

Von Ostern bis November kann jeder das Schloss und die Gärten besuchen: http://www.sandringhamestate.co.uk/sandringham-visitor-centre/

Buchtipp: Jeremy Archer, A Royal Christmas, erhältlich z. B. bei Thalia

Weihnachtskarte Duke and Duchess of Cornwall

Kalte Platten aus der weihnachtlichen Schlossküche


Tante Pippa, die Jägerin

Ein Freund postet ein Foto auf Instagram. Es zeigt Tante Pippa lachend in Gilmerton, Schottland, wo sie mit einer Horde Freundinnen vor erschossenen Fasanen posiert.

Die Tierschutzorganisation Animal Aid berichtet bild.de, dass 40 Mio Fasane jährlich geschossen werden, die vorher in Bodenmassenhaltung extra für diesen Zeitvertreib der Upper Class gezüchtet  wurden. Die Tiere sind leichte Beute, da sie halbzahm nicht das notwendige Fluchtverhalten erlernen konnten. Marius Tünte (Deutscher Tierschutzbund) dazu in bild.de: „Wenn Pippa Middleton mit ihren Freundinnen zur Jagd geht, dann hat das nichts mit einem ökologisch verantwortbaren Beitrag zum Arten- und Naturschutz zu tun. Es geht lediglich um ein Freizeitvergnügen, bei dem die Tiere als Flintenfutter für irgendwelche Eliten und Möchte-Gern-Royals abgeknallt werden.“

Nicht das erste Mal, dass Kates Mischpoke unangenehm auffällt. In diesem Jahr bekamen die Middletons schon einmal schlechte Schlagzeilen, da ihre Firma für Partyzubehör laut Daily Mail südamerikanische Pappmachéfiguren, sogenannte Piñatas, in Kinderarbeit und unter ausbeuterischen Bedingungen fertigen lässt. Verkaufspreis pro Stück sind 15 €, was für 15 Cent/Stunde in 70-Stunden-Wochen in Mexiko in Handarbeit hergestellt wird. Man zeigte sich erschrocken und wollte der Sache nachgehen.

von Paul Sapiano from San Diego, USA (Viva Piñata) [CC-BY-2.0], via Wikimedia Commons