Große Wirkung der kleinen guten Taten

Sie begann mit den Worten „There was a time when…“ Die Queen sprach in ihrer aufgezeichneten Weihnachtsansprache von großen globalen Problemen, die aber durch die Wirkung von vielen „small acts of goodness“ bekämpft werden könnten. Sie hob die Leistung der Olympioniken in Rio dieses Jahr heraus und die zahlreicher Charity-Organisationen und Retter wie die East Anglian Air Ambulance, für die ihr Enkel Prince William fliegt. Zum Brexit kein Wort, und ihren 90. Geburtstag erwähnte sie nur, um die zahlreichen Helfer der Festlichkeiten zu loben.

Elizabeth II trug beim Recording ein türkises Seidenkleid von Angela Kelly.

Weihnachtsansprache der Queen

Es war George V., der die Tradition der Weihnachtsansprache 1932 bei den Windsors begründete. BBC Gründer Sir John Reith ermutigte ihn, sich dem damals neuen Medium Radio anzuvertrauen. Literaturnobelpreisträger Rudyard Kipling schrieb den Text, der mit folgenden Worten begann: „I speak now from my home and from my heart to you all.“

Die Queen beendete ihre Weihnachtsansprache dieses Jahr mit den Worten: „There´s an old saying that it is better to light a candle than curse the darkness. There are millions of people lighting candles of hope in our world today. Christmas is a good time to be thankful for them and all that brings light to our lives.“

Tradition der Weihnachtsansprache

Vergebung

Versöhnung und Vergebung waren die Themen ihrer Weihnachtsansprache. Die Queen – in Lavendel – verbindet „Reconciliation“ mit einer Skulptur, die in Belfast und Berlin zu finden sei. Sie erinnert an die Aussöhnung der Kriegsgegner des 1. Weltkriegs und an die Stille, die sie im Feld von Keramik-Mohnblumen rund um den Tower of London dieses Jahr erlebte. Sie erzählt, dass keiner der Soldaten von damals mehr am Leben ist, dass die Menschen am Weihnachtstag vor 100 Jahren noch an ein schnelles Kriegsende glaubten. Das Lied „Stille Nacht“ klang von den deutschen Streitkräften damals herüber zu den britischen und gab einen winzigen Hoffnungsschimmer in der Brutalität des Krieges.
Ihr Besuch in Belfast, der Ausgang des schottischen Referendums und Prince Harry´s Invictus Games haben sie 2014 besonders berührt. Ein Fokus ihrer Rede liegt auf dem britischen Engagement in Sachen Ebola. Auf mich wirkte die 88jährige Monarchin fragiler und bewegter als in früheren Jahren. Im letzten Jahr sprach sie von BG, von der Veränderung, die ein Kind für seine Eltern und die ganze Familie bringt.

Kirchgang en famille

Die Royals versammelten sich heute Morgen (9 Uhr und 11 Uhr) zum traditionellen Besuch der St. Mary Magdalene´s Church in Sandringham, wo jedes Jahr Tausende Schaulustige auf die Windsors warten und Blumensträuße überreichen. BGs Eltern kamen Händchen haltend, die Middletons waren auch mit von der Partie. Einzig Camilla – auf Grund einer Rückenverletzung – und George („zu laut“) fehlten.

Eine junge Mutter erzählte der Presse, dass George beim Kerzenschein-Gottesdienst am 4. Advent in der Kirche war und sich von ihrer kleinen Maddison (8) mit seiner Laterne helfen ließ. Angeblich soll er ihr dafür ein Kusshändchen zugeworfen haben. Wunschdenken oder Realität? Who knows?

Queen Elizabeth II, die sich zum Gottesdienst fahren ließ, strahlte in Fuchsia/Himbeere, die schwangere Kate setzte auf dezente Brauntöne. Der Mantel könnte von Moloh (Turpin-Style von 2013) sein, dieses Label trug die Herzogin schon.

Um 14 Uhr gibt es das Truthahnessen im Schloss, um 3 p.m. die Weihnachtsansprache der Queen im Fernsehen, die sie getrennt von ihrer Familie in einem separaten Raum schaut. Gelegenheit für die Cambridges, zu ihrem eigenen Anwesen zu fahren, vielleicht mit Prince Harry?, und sich am Abend gemütlich auf dem Sofa – wie 10 Mio Briten – die Weihnachtsfolge von Downton Abbey anzuschauen (21 Uhr auf ITV).

http://www.itv.com/downtonabbey